Mein Zuckerentzug und die Erfahrungen

Zuckerentzug

Nächsten Monat- also am 17.07.2016 um genau zu sein, jährt sich der Tag, an dem ich beschloss, es mal mit dem Zuckerentzug zu probieren. Ich möchte Euch noch mal etwas genauer schildern, was in den acht Wochen, in denen ich komplett auf Zucker verzichtete und danach so passierte.

Meine “Bibel” in der Zeit war, wie schon geschrieben, das Buch “Goodbye Zucker” von Sarah Wilson. Toll an dem Buch finde ich, dass es nicht wer weiss wie wissenschaftlich geschrieben ist, sondern es geht um persönliche Erfahrungen und Tipps, wie man durch diese acht Wochen kommt. Mit vielen vielen Rezepten. Für die ist man sehr dankbar, weil man erst mal da steht, wie der Ochs vorm Berg und nicht weiss, was man denn acht Wochen lang bitte so essen soll.

Ich stellte ziemlich schnell fest, dass ich es im Supermarkt total entspannend fand, an der Süßigkeitenabteilung direkt vorbei gehen zu können. Sonst habe ich immer nach neuen Schokoladensorten geschaut (und gekauft und probiert)- das fiel ja jetzt flach. Diese eingesparte Zeit brauchte ich allerdings auch, um nun die Etiketten der Lebensmittel zu studieren: alles mit mehr als 6 Gramm Zucker pro 100 Gramm Lebensmittel fiel flach. Und das war beängstigend viel ! So lange wie zu der Zeit war ich noch nie im Supermarkt. Besuche im Bioladen kamen dazu: ich brauchte ja auch so Dinge wie Chiasamen, Tamari (zuckerfreie Sojasauce), Kokosöl, Nussmuse und Mandelmilch. Vieles davon bekommt man heute auch im Supermarkt- sehr praktisch.

Bereits nach ein paar Tagen (und dem Verschwinden der leichten Entzugserscheinungen), war mein Magen nicht mehr so aufgebläht, ich hatte keine Heisshungerattacken und Nachmittagstiefs mehr. Dann liess der Juckreiz, hervorgerufen durch den Hefekleiepilz, nach – bzw. es kam nichts Neues hinzu (bis auf die eine Nacht, wo er noch mal alles gab- wahrscheinlich ein letzes “Aufbäumen”). Und das fand ich am faszinierendsten. Als ich nach den acht Wochen mal als Snack drei große Datteln mit Mandelmus gefüllt gesnackt hatte, fing am nächsten Tag mein Kopf an zu jucken. Fruchtzucker so konzentriert wie in Trockenobst war also auch nicht gut. Ich habe mir in der Apotheke “Terzolin” gekauft, drei Tage hintereinander den Kopf damit gewaschen und weg war der Juckreiz.

Wo ich also im Grunde während des Zuckerverzichts eine gute Zeit hatte, ging es meiner Umwelt nicht wirklich so gut mit meinem Entschluss: was das denn nun wieder solle ? Das Gehirn brauche doch Zucker ! Ohne Zucker gehe es nicht und mache auch keinen Spaß. Noch heute, fast ein Jahr später, werde ich gefragt, wann ich denn nun endlich wieder normal essen würde. Das sind die ganz Radikalen. Viele waren einfach neugierig, ob man das überhaupt schaffen kann und sind sich sicher, dass sie es nicht könnten. Hätte ich vorher von mir auch gesagt. Heute finde ich einfach, dass es ein phantastischer Entschluss war. Mein weltbester Ehemann hat mich unterstützt, tapfer vieles mit probiert (manches sogar für gut befunden) und benutzt heute, wenn er beim Kochen mal Süße braucht, ebenfalls Kokosblütenzucker, Ahornsirup und Co.

Nach den acht Wochen war mir klar, dass ich den richtigen Weg für mich eingeschlagen hatte und habe mich weiter damit beschäftigt, was ich nun wie kochen und backen kann. Denn verzichten auf Kuchen, Kekse, Nachtisch wollte ich nicht. Ich ersetzte Weizen- durch Dinkelmehl, weil ich mich damit wesentlich besser fühle und keinen Heisshunger bekomme. Gebäck mit Dinkelmehl macht mich satt und zufrieden. Das Gleiche gilt für darin enthaltene alternative Süßungsmittel. Erstens brauche ich davon mittlerweile wesentlich weniger und zweitens lässt z.B. Kokosblütenzucker den Blutzuckerspiegel nicht extrem ansteigen, was wiederum Heisshunger verursacht.

Gekocht wird nun zu 80 % frisch- so weiss ich genau, was auf meinem Teller landet, was in den Gerichten enthalten ist und ich allein bestimme den Geschmack. Somit sind die restlichen 20 % kein Drama – damit kann ich mehr als gut leben. Wenn ich es schaffe, plane ich am Wochenende meine Essenswoche und koche dann vor. War am Anfang etwas stressig aber mit der Zeit kommt die Routine und es macht Spaß und entspannt mich, in den Töpfen zu rühren. Klar gibt es vor allem bei den Backversuchen etliche, die so gar nicht meins waren. Von daher bekommt Ihr hier nur diejenigen, die mir richtig gut schmecken und mir Herzchen in die Augen zaubern.

Und Euch ja vielleicht auch 😉

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