Wie starten mit dem zuckerfreien Leben ? (Und juchuhhh ! Ich habe Jahrestag)

zuckerfreies leben

Eines vorweg: ich bin weder Ärztin, noch Wissenschaftlerin, noch Expertin auf dem Gebiet. Ich habe lediglich im Juli 2015 entschieden, ich lasse jetzt mal den Zucker weg und schaue von Tag zu Tag, wie ich mich damit fühle. Und ganz ehrlich: dass ich mal sagen würde, “ich bin ein Jahr zuckerfrei” hätte ich nie, NIE gedacht !!! Zucker war von Kindesbeinen an mein ständiger Begleiter, gehörte zu mir, wie Arme, Beine, Herz- also war völlig selbstverständlich. Hätte mir Jemand gesagt “Du MUSST ab heute auf Zucker verzichten”, weiss ich nicht, ob es was geworden wäre. Ich hätte garantiert dagegen rebelliert “als ob MIR einer sagen kann, was ich essen soll und was nicht -pfff !” Bei mir musste das freiwillig passieren. Und hätte ich nicht so viele positive Erfahrungen damit gemacht, was Körper und Geist angeht, wäre das ebenfalls nichts geworden. Zudem: Essen muss mir schmecken ! Es soll Genuss sein- kein Verzicht. Verzichtet hatte ich zu Diät Zeiten sehr lange. Es gab fettarmen Käse, Joghurt, Sahneersatz, mal ein Stück Schokolade (so die Theorie *flöt*) und überhaupt Kontrolle, Kontrolle.

Aber mal zum Thema: wo anfangen, wenn man beschliesst, Zucker zu reduzieren oder gar komplett zu streichen ? Erst einmal: tiiiief durchatmen ! Es ist nur Zucker !! Wir reden nicht von Plutonium. Klar- Zucker ist ein Schietzeug aber wir reden immer noch von Zucker !

Solltet Ihr also nun – aus welchem Grund auch immer – für Euch beschließen, auf Zucker zu verzichten (und seid Ihr so Zuckerjunkies, wie ich es war), kann ich nur empfehlen, den Körper zu “resetten” und von Null zu starten. Heisst: Obst weg, Zucker weg, “süßes” Gemüse wie Tomaten, Möhren, Zwiebeln weg. Investiert in das Buch “Goodbye Zucker” von Sarah Wilson, weil es sehr sehr hilfreich ist und sagt nicht “ich mach jetzt acht Wochen zuckerfrei”, sondern “ich starte mal einen Tag ohne Zucker und vielleicht mach ich noch nen zweiten”. Glaubt mir- psychologisch ist das eine gute Taktik. Wenn Euch das zu viel des Guten ist, fangt an, so wie Sarah es auch empfiehlt, Softdrinks zu streichen und durch Wasser zu ersetzen und schaut Euch die Lebensmittel in Eurem Kühl- und Vorratsschrank an: alles, was mehr als 6 Gramm Zucker auf 100 Gramm Lebensmittel hat, kommt weg oder wird verschenkt. Kocht selber und mit frischen Lebensmitteln: viel Gemüse, Vollkornprodukte, Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth etc. In Sarah Wilson´s Buch findet Ihr ganz tolle Rezepte: von gesundem Frühstücksauflauf, zu leckeren Mittagessen; ganz zu schweigen von den köstlichen Naschereien (z.B. der Himbeer-Kokos-Tarte). Und nein, ich bekomme kein Geld, in dem ich hier von dem Buch schwärme. Ich habe es mir selber gekauft und es ist meine ganz persönliche Empfehlung an alle, die den Versuch starten möchten, vom Zucker weg zu kommen.

Zu guter letzt: esst Fett ! Gutes Fett, wie in Nüssen und Avocados – Fett macht satt und schützt Euch vor Heisshunger. Und lasst die Finger von fettreduziertem Käse. Esst dann, wenn Ihr Hunger habt und hört auf, wenn Ihr satt seid. Damit habe ich heute noch Probleme: meist gibt es feste Essenszeiten und es gehört ja zum guten Ton, den Teller stets leer zu machen. Aber ich arbeite daran.

Wenn Ihr das acht Wochen Programm von Sarah Wilson macht, versucht herauszufinden, was Euch wirklich schmeckt und was Euch zufrieden macht. Es ist nicht Jedermanns Sache, morgens zum Frühstück Spinat mit pochiertem Ei zu essen. Haferflocken sollten in dem Sarah Wilson Programm zum Frühstück eigentlich nicht vorkommen aber ich habe sie mir oft mit Mandelmilch gekocht, Chiasamen dazu, Vanille, Mandeln, ungesüsste Kokosraspeln und griechischem Joghurt. Was ich auch oft gegessen habe, war Vollkorntoast (auf den Zuckerwert achten!) mit Avocado, Rührei und Bacon. Macht pappsatt und hält lange an. Als Snack zwischendurch gab es vollfetten Käse in Würfel geschnitten und Nüsse. Ich hatte zuletzt, bevor ich das zuckerfrei Programm gestartet habe, ja sehr viel Obst am Tag gegessen und dachte eigentlich, dass mir der Verzicht sehr schwer fallen würde. Aber das war absolut in Ordnung.

In den ersten Tagen war ich etwas unruhig und schlief mal richtig gut, mal richtig schlecht. Ab und an war ich müde. Ob das alles vom Zuckerverzicht kam, weiss ich nicht. Es fiel mir nur auf und ich notierte es mir (genauso wie alles, was ich aß und wie ich mich damit und danach fühlte. Ist übrigens sehr hilfreich). Nach 14 Tagen kriegte ich ja nachts diese mega Juckattacke am Dekolleté und da bin ich mir wiederum sehr sicher, dass Herr Hefekleiepilz ziemlich sauer war, dass ich ihm seine Nahrung entzogen hatte. Ätsch !

Ansonsten hatte ich in den acht Wochen nie das Gefühl, auf etwas zu verzichten oder dass ich Dinge esse, die mir absolut nicht schmecken. Sonst hätte ich auch kaum acht Wochen durchgehalten, denn wie gesagt, es muss mir schmecken ! Ab Woche sechs ist wieder etwas Obst “erlaubt” wir waren zu der Zeit gerade mit dem Wohnmobil in Urlaub und die letzten Tage verbrachten wir im Schwarzwald. Dort war gerade das Obst an den Bäumen reif: Pflaumen, Mirabellen, Äpfel,…Ich habe probiert und hätte nie gedacht, wie intensiv Obst schmeckt ! Es war umwerfend – den Augenblick werde ich wirklich nie vergessen.

Insgesamt fühlte ich mich in der Zeit unglaublich wohl, hatte viel Energie, der Hefekleiepilz nervte nicht und mir war klar, so mach ich weiter. Tja- und daran hat sich nach genau einem Jahr auch nichts geändert. Als Nächstes erzähle ich Euch, wie es sich mit meinem Gewicht verhielt und verhält – aber nun wird erst mal gefeiert !

Alles Liebe und bis bald,

Stephie

 

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2 comments

  1. Echt? Schon ein Jahr ohne Zucker? Kinners wie die Zeit rennt …
    Dann meinen aller herzlichsten “Glückwunsch” zum neuen Lebensgefühl – weiter so.

    1. Danke Dir Susanne ! Kann es auch kaum glauben, dass schon ein Jahr rum ist 🙂

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