Linzer Sterne (zuckerfrei)

Es gibt ganz bestimmte Gerüche oder Geschmacksrichtungen, die mich urplötzlich an Menschen oder Ereignisse in meiner Vergangenheit erinnern. So bringe ich den Geruch eines Parfums mit genau der einen Schulfreundin in Verbindung. Oder Linzer Torte mit meiner Oma. Ich rieche den Teig und sitze wieder bei Oma in der Wohnküche, wo sie grad den duftenden Kuchen frisch aus dem Ofen holt. Das war für mich der Inbegriff von Behaglichkeit. Klar hat Oma auch andere leckere Sachen gebacken – aber Linzer Torte war IHRE Torte ! Und seit Oma nicht mehr da ist, hab ich diesen so leckeren Kuchen irgendwie aus meinem Kopf verbannt (oder ihn einfach weit weit weg nach hinten geschoben ?) Vor kurzem habe ich ein Rezept dafür gesehen und wusste, ich MUSS diesen Kuchen ganz bald machen. Und wenn er nicht annähernd wie bei Oma wird, war es das erste und letzte Mal, dass ich mich an Linzer Torte herangewagt habe.

Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie froh ich war, als ich den rohen Teig probiert und mit einem Rutsch zurück in der Vergangenheit war ! Ein sehr schönes Gefühl und was ich noch schöner finde: alle, die bisher die Linzer Sterne probiert haben, sind ebenso begeistert wie ich 🙂

Linzer Sterne zuckerfrei

Zucker kam für mich in diesem Rezept trotz Vergangenheitsgefühlen nicht in Frage – ich habe Sucolin (hier könnt Ihr nachlesen, was das ist) genommen. Ihr könnt aber natürlich auch Zucker oder alternative Süßungsmittel nehmen, müsst dann nur schauen, wie süß Ihr es gern hättet.

Ein wichtiger Bestandteil der Linzer Torte ist die Marmelade- ich habe mich für schwarze Johannisbeere entschieden: die ist schön herb und meine gewählte Sorte hier beinhaltet nur die Süße aus Äpfeln und Birnen:

Marmelade

Jetzt aber mal zum Rezept:

Zutaten für eine Springform 26 cm Durchmesser:

  • 250 Gramm Dinkelmehl Typ 630
  • 250 Gramm blanchierte, gemahlene Mandeln
  • 150 Gramm Sucolin (entspricht ca. 125 Gramm Zucker)
  • 2 TL Kakaopulver (ungezuckert)
  • 1 TL Zimt
  • 1 Prise gemahlene Nelken
  • 250 Gramm kalte Butter
  • 4 Eigelb (das Eiweiss kann man z.B. hervorragend für Makronen nutzen)
  • 1 EL Kirschwasser
  • 300 Gramm rote Marmelade
  • etwas Butter und Mehl für die Form

Zum Bestreichen:

  • 1 Eigelb, 1-2 TL Hafermilch

Zubereitung:

Das Mehl mit den gemahlenen Mandeln, Sucolin, Kakao, Zimt und Nelken mischen. Entweder auf eine Arbeitsfläche häufen oder auf ein Backblech (ich habe letzteres genommen, weil ich ja weiss, wie ich immer rum saue). In die Mitte eine Mulde formen. Die Butter in kleine Stücke schneiden und am Rand des Mehlhaufens verteilen. Nun die Eigelbe in die Mulde geben; ebenso das Kirschwasser. Mit einem Schlesinger (auch Teigkarte genannt), das Ganze zu kleinen Krümeln hacken und dann mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten.

In Frischhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten im Kühlschrank kühlen. Dann 2/3 des Teiges abnehmen (den Rest weiter kühlen) und zwischen Frischhaltefolie mit einem Nudelholz etwa 1 cm dick ausrollen – etwas größer als die Form ist, weil wir hinterher einen kleinen Teigrand brauchen. Die Form fetten und mit Mehl bestäuben. Nun den Teig hinein geben und einen kleinen Rand hoch ziehen. Muss wirklich nicht viel sein- der Teig “wächst” beim Backen nicht mehr.

Den restlichen Teig nun auch ausrollen (etwas dünner als den Boden) und in ca. 1 cm breite Streifen schneiden.

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Marmelade auf dem Teigboden gleichmäßig verteilen und dann die Teigstreifen als Gitter obenauf legen. Eigelb mit der Milch verrühren und die Teigstreifen damit bepinseln. Ab in den Ofen und 40-50 backen, bis die Teigstreifen eine schöne Bräune annehmen.

Auskühlen lassen und erst dann mit einem Plätzchenausstecher Sterne ausstechen. Alle anderen Formen gehen natürlich auch: dann habt Ihr Linzer Herzen, Tannenbäume etc. Klar kann man die Torte auch lassen, wie sie ist. Aber gerade zur kommenden Adventszeit sehen die Sterne richtig schön aus auf dem Kuchenteller. Und was man auch nicht ausser acht lassen sollte: durch die ja doch sehr imposanten Zutaten (ich sag nur 250 Gramm Butter) ist eine Portion in Sternform genau richtig. Man isst davon nicht 3,4 oder 5 und ausserdem möchte man ja auch noch Platz im Bauch haben für andere Keks-Köstlichkeiten 😉 Von der Konsistenz her sind die Linzer Sterne genau wie bei Oma´s Torte: am Rand leicht knusprig und der Rest saftig-köstlich. Experiment gelungen und ich habe mir ein Stück behagliche Erinnerung zurück geholt. Darüber freue ich mich am meisten.

Wie lange die Plätzchen in einer Keksdose halten, kann ich Euch leider nicht sagen- wir haben sie ruck zuck aufgegessen, so dass ich am Wochenende direkt wieder neue backen muss 😉

Linzer Sterne zuckerfrei

Wenn Ihr die Sterne nachbacken solltet, würde es mich sehr interessieren, wie sie Euch schmecken. Hinterlasst mir also gerne einen Kommentar.

Alles Liebe wünsche ich Euch,

Stephie

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2 comments

  1. Oh das ist eine leckere Idee, ich liebe ja Linzerkuchen! Erinnert mich immer an meine Mutter! So als Kekse muss man schon nicht mühsam das Gittermuster legen, darin bin ich nämlich nicht gut;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    1. Hallo Krisi,
      das Gittermuster war bei mir in der Kuchenform auch nicht der Brüller. Aber da man ja eh hinterher die Sterne aussticht, macht das nix.
      Schön, wenn man durch bestimmte Rezepte Erinnerungen wieder aufleben lassen kann, oder ?
      Lieben Gruß zurück,
      Stephie

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