Kurztrip nach Wedel, Hamburg und ins Alte Land

Kurztrip Wedel

Moin ! Heute gibt es mal kein Rezept sondern einen kleinen Reisebericht. Eigentlich hatte ich ja vor, viel öfter von unseren Wohnmobiltouren zu berichten – es sind mittlerweile schon einige zusammen gekommen – aber wie das so ist, nach dem Urlaub rückt das erst einmal nach hinten. Dieses Mal aber nicht, denn wir haben wieder sooooo viel erlebt ! Also: einsteigen, anschnallen und los geht´s.

Es ist Freitag Abend 18:30 Uhr – Feierabend, Ulli sammelt mich mit dem Wombel am Büro ein und ab ins lange Wochenende ! Es geht in Richtung Hamburg – nach Wedel (20 km von Hamburg entfernt).

Hier waren wir letztes Jahr schon mal und es gefiel uns so gut, dass wir wieder kommen wollten. Unbedingt !

Zuerst aber fahren wir nach Lotte-Wersen. Dort gibt es das griechische Restaurant “Aphrodite” mit einem großen Parkplatz (laut Satellitenbild auf Google Maps). Ich habe vorher angerufen, ob wir die Nacht mit Wombel dort verbringen dürfen, nachdem wir vorher im Restaurant gegessen haben. War gar kein Problem. Das Wetter war gut und nach nur etwas mehr als einer Stunde Fahrt, sind wir in Lotte-Wersen angekommen und haben einen Tisch im Biergarten ergattert. Das Essen war klasse (vor allem der Gyros – richtig schön kross und lecker gewürzt) und wo bitte sonst bekommt man zu Fleisch und Tzaziki ein Stück Wassermelone auf den Teller ?

Kurztrip Wedel

Klare Empfehlung also von uns !

Am Samstag geht es früh weiter nach Wedel. Der Stellplatz befindet sich bei einem Freizeitbad, wo man auch die Standgebühr bezahlt und dann ein Kärtchen bekommt, welches man gut sichtbar in die Windschutzscheibe platziert. Pro Nacht sind € 10,– fällig: es gibt eine Ver- und Entsorgung, Toiletten (super gepflegt !) und ein paar Plätze, wo man Stromanschluss hat. Wenn man morgens frische Brötchen möchte, füllt man den Tag vorher einen Bestellschein aus und wirft ihn in den Briefkasten. Am nächsten Tag zwischen 8 und 8:30 Uhr kann man die Backwaren dann vorne am Platz abholen und bezahlen. Von normalen Weizenbrötchen, über Körner- und Franzbrötchen ist alles bestellbar. Ich hatte ein Dinkelbrötchen, was richtig schön groß und sehr lecker war.

Wer Zuhause Lektüre vergessen hat, dem wird geholfen. Auf dem Platz ist es sehr ruhig – kein Durchgangsverkehr, die Hauptstraße ist weit genug entfernt und nach hinten hin ist eine Wiese.

Kurztrip Wedel

Nach Hamburg direkt und ohne Umstieg fährt die S1 – zu Fuß braucht man bis zur Station ca. 10 Minuten. Wedel ist Anfangs- und Endbahnhof (von wo man eben kommt) und während der Fahrt bitte nicht wundern: ab einem bestimmten Bahnhof (hab vergessen, ab welchem genau), fährt der Zug auf einmal wieder zurück und nimmt dann eine andere Gabelung. Wir waren beim ersten Mal völlig erschrocken, weil der Zug auf einmal rückwärts fuhr, merkten dann aber schnell, wir fahren jetzt nicht wieder gen Wedel, sondern der Zug musste nur eine andere Spur gen Hamburg nehmen.

Auf der Fahrt sieht man viele schöne Gärten und Häuser (es geht u.a. durch Blankenese). In Hamburg kann man z.B. an der Haltestelle “Reeperbahn” oder an den “Landungsbrücken” aussteigen. Die Fahrt bis dorthin dauert 30 Minuten. Der Zug fährt – je nachdem an welchem Wochentag – im 20 bis 30 Minuten Takt.

Andere Möglichkeit: man schwingt sich aufs Rad und radelt fast komplett an der Elbe entlang gen Hamburg City. Das haben wir am Sonntag gemacht: an der Strasse, die wir mit Wombel gekommen sind, nach Hamburg rein und später dann an der Elbe zurück. Meine Güte, was stehen da für Häuser ! Und teilweise haben die einen Strand direkt vor der Gartentür- kaum zu glauben, dass man eigentlich in einer Großstadt ist.

Am Samstag war das Wetter leider nicht besonders dolle und wir sind mit der S-Bahn nach Hamburg gefahren. An den Landungsbrücken haben wir ein lecker Matjesbrötchen gegessen und ich war auf meiner Lieblingstoilette (€ 50 Cent Gebühr).

Kurztrip WedelUm das Brötchen ein wenig abzutrainieren, sind wir einmal durch den alten Elbtunnel gelaufen – natürlich die Treppen rauf – den Aufzug haben wir nicht eines Blickes gewürdigt 😉 Einmal vom Aussichtspunkt übers Wasser zurück geblickt und dann wieder durch den Tunnel zurück.

Kurztrip Wedel

Das Wetter wurde partout nicht besser und so haben wir kurzer Hand beschlossen, eine Hafendrundfahrt mit einer der vielen Barkassen zu machen (Preis pro Person € 15,– für eine Stunde). Die Fahrt war sehr kurzweilig – es gab gute und humorige Erklärungen vom Kapitän und die Stunde war im nu vorbei. Letztes Jahr haben wir eine Stadtrundfahrt mit einem der Hop On/Hop Off Busse gemacht. Das war auch toll. Dieses Mal das Ganze vom Wasser aus zu sehen, hat es abgerundet.

Zurück in Wedel, haben wir uns die Räder geschnappt und sind zu den Welau Arcaden geradelt. Es gibt dort einen super ausgestatteten Edeka und mit Öffnungszeiten bis abends 22 Uhr, bekommt man auch noch spät am Tag etwas Leckeres z.B. zum Grillen.

Vollbepackt kamen wir zu unseren Rädern zurück, um festzustellen, dass an Ulli´s Fahrradschloß der Schlüssel abgebrochen war – er hielt nur noch einen Stumpf in der Hand, während der Rest brav im Schloß steckte. Na super ! Und nu ? Kurz überlegt und dann meinte Ulli, wir schieben die Räder jetzt bis zur Polizei (auf dem Weg vom Stellplatz kommt man immer an der Polizeistation vorbei) – die können uns bestimmt helfen. Ich: “Klar. Weisst Du, wie doof das aussieht, wenn wir da ankommen und die bitten, uns unser Fahrradschloß zu knacken, weil uns der Schlüssel abgebrochen ist ? Das glaubt uns doch kein Mensch !” Ich überlegte bereits fieberhaft, wie ich beweisen soll, dass dieser niegelnagelneue Drahtesel (gerade mal seit zwei Tagen in meinem Besitz) wirklich und tatsächlich mir gehörte. Quittung oder sonstiges hatte ich natürlich nicht mit – wer rechnet denn bitte damit, dass er auf nem Wochenendtrip solche Beweismittel braucht ????

Da uns aber scheinbar nichts Anderes übrig blieb, schoben wir nun brav nebeneinander die Räder bis zur Polizei. GsD hatte Ulli das Schloß nicht durch die Speichen gezogen, sondern nur an den Rahmen miteinander verbunden.

Ich vor der Wache gewartet, während Ulli klingelte (kommt man heutzutage gar nicht mehr “einfach so” in eine Polizeiwache ?) und dann eingelassen wurde. Kurze Zeit später kehrte er mit einem sehr netten, jungen Polizisten zurück “Moin !”, der im parkenden Polizei-Bulli kurzer Hand nach einem Bolzenschneider suchte und fand. Nicht lange gefackelt, Bolzenschneider angesetzt und zack war das Schloß durch. Mit Blick auf unsere Räder meinte er, dass so ein pisseliges Schloß auch nicht unbedingt die richtige Wahl vor Diebstahl wäre. Also ich im Kopf direkt Memo an mich selbst: adäquates Fahrradschloß besorgen. Wirklich gegen Diebstahl würde wohl kein Schloß etwas nützen, meinte der nette Polizist weiter aber ein anderes würde es den Dieben zumindest etwas schwerer machen als unser niedliches kleines Teil. Bemerkenswert fand ich, dass zu keiner Zeit auch nur annähernd in Frage gestellt wurde, ob wir wirklich die rechtmäßigen Radbesitzer sind – der Polizist wollte nur wissen, woher wir kommen und freute sich, weil er selbst aus Minden in Westfalen stammt und erst seit fünf Monaten in Wedel ist. Er wünschte uns noch einen schönen Tag und wir fuhren von dannen.

Einkäufe verstaut und erst einmal zum Willkomm Höft. Solltet Ihr noch nie dagewesen sein: es lohnt sich total, dabei zu sein, wenn ein großes Schiff mit der jeweiligen Nationalhymne und dem Begrüßungstext in der Landessprache begrüßt – bzw. verabschiedet wird. Viele Schiffe bedanken sich dann mit lauten “tuuuuuuuut” – herrlich ! Daneben gibt es eine kleine Fischbude, wo man sitzen und mit Blick auf die Elbe z.B. ein Matjesbrötchen und ein Bier geniessen kann.

Kurztrip Wedel

Den Sonntag sind wir ja dann mit den Rädern nach Hamburg gefahren und waren dort auf herrlich leeren Strassen mitten in der Stadt unterwegs (es gab einen Marathon und eine Harley Davidson Parade). Der Fischmarkt war leider bereits in den letzten Zügen, aber wir haben noch eine fertig zubereitete Ananas für € 1,– ergattert und einen schnellen Blick in eine Halle geworfen, wo eine Liveband auftrat. Was für ein geschäftiges Treiben ! Das nächste Mal müssen wir unbedingt früher hin.

Kurztrip Wedel

Es gab das obligatorische Matjesbrötchen und ich habe im Schmidt´s Cafe zwei, wie sich später herausstellte, unfassbar leckere Törtchen gekauft. Dann ging es langsam zurück. Gesamtkilometer an dem Tag: 50.

Kurztrip Wedel

Montag Morgen dann früher Aufbruch: bereits um 8:40 Uhr fuhr die Fähre vom Willkomm Höft hinüber nach Lühe ins Alte Land. Pro Person zahlt man für die Hin- und Rückfahrt € 14,– incl. Rad. Die Überfahrt dauert 20 Minuten.

Uh, was hatten wir Gegenwind und mussten stark in die Pedale treten. Und dunkle Wolken kamen auf. Wir hatten aber Glück und es blieb trocken. In Stade kam sogar die Sonne hervor: was für eine tolle Stadt ! Ich glaube, an Sommerabenden ist es wunderschön, dort Draussen zu sitzen, einen Wein zu trinken und aufs Wasser zu schauen.

Kurztrip Wedel

In unmittelbarer Umgebung ist ein Stellplatz – den haben wir uns einmal angeschaut und könnten uns auch vorstellen, dort einmal die ein- oder andere Nacht zu verbringen. Wir radelten weiter gen Horneburg und mussten uns dann sputen, damit die Fähre um 12 Uhr zurück nicht ohne uns fuhr (Gesamtkilometer: 40). Zeit blieb aber noch für ein letztes Matjesbrötchen (ich hoffe, Ihr habt mitgezählt – das war das Dritte) und nach der Überfahrt machten wir uns auf den Heimweg.

Es war ein richtig, schönes und erholsames langes Wochenende und ich hoffe auf ein ganz baldiges Wiedersehen mit dem Hohen Norden 🙂

 

 

 

 

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