Mit neuem Wohnmobil auf Tour in Slowenien und Tschechien (Teil 1)

Ein Reisebericht: mit dem Wohnmobiltour in Sowenien und Tschechien

Hallo Ihr Lieben ! Heute nehme ich Euch mal mit in den Urlaub- kann schliesslich jeder mal gebrauchen. Und ich war vor unserem dermaßen urlaubsreif, dass ich dachte, noch ein paar Tage länger und ich laufe schreiend durch die Strassen. Zu dem Stress im Büro kam noch der spontane Kauf eines neuen (gebrauchten) Wohnmobils, von dem wir nicht wussten, ob das mit der Abwicklung überhaupt noch bis zum Urlaub klappt. Es hat geklappt: am Freitag Nachmittag stand es bei uns vor der Tür, abends wurde alles Zeug irgendwo eingeräumt, verstaut und gehofft, nichts vergessen zu haben und auch noch alles wiederzufinden, wenn wir erst mal unterwegs sind. Am Samstag Mittag, nach meinem Feierabend, ging es dann endlich los in Richtung Süden.

Wir landeten am späten Nachmittag in Volkach am Main – der Stellplatz liegt direkt am Wasser und der Ort ist nur ein paar Gehminuten entfernt. Ebenfalls ein großer Edeka, ein Norma und eine Müller Drogerie Filiale (sehr praktisch, weil es dort Lesebrillen gibt; der Gatte meinte, er hätte seine Zuhause vergessen und tappste wie ein blinder Maulwurf durch die Gegend. Als ich die gekaufte gerade in eine Schublade verstauen wollte, lag da natürlich die “vergessene”.)

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Abends waren wir griechisch essen – das Lokal heisst “Nikopolis”, hat zwar eine schöne Terrasse zum Sitzen aber das Essen war sehr langweilig und nicht besonders lecker. Kann ich nicht weiterempfehlen. Schnell waren wir wieder am Wombel, haben die Sitzecke zu einer großen Liegefläche umgebaut, noch etwas TV geschaut und dann ab ins Bett. Die erste Nacht im neuen Wombel – wie die wohl wird ??

Gut, wie wir am nächsten Morgen erfreut festgestellt haben ! Das war mit unsere größte Sorge: hoffentlich können wir gut schlafen. Im alten Wombel war das Problem: um Platz zu sparen, wurde das Bett abends über dem Sitzbereich heruntergefahren. Das bedeutete, wenn einer von uns noch länger Fernsehen schauen oder einfach nur sitzen wollte – keine Chance. Jetzt, im neuen, ist das klasse gelöst: es ist zwar auch ein Hubbett aber das wird ganz vorne über dem Fahrer- Beifahrerbereich heruntergelassen. Die Toilettentür kann man  dann bei Bedarf zur anderen Seite schliessen und hat somit den Schlaf- vom Wohnbereich komplett abgetrennt. Zudem ist das Bett so konzipiert, dass man noch zwei Fussteile ausziehen kann und so nicht quer, sondern längs liegt und nachts der eine nicht über den anderen krabbeln muss, wenn er mal zum WC möchte. Zum ruhigen Schlafen ist das super, wie wir festgestellt haben !

Der Sitzbereich im Heck hat eine über Eck gehende Couch und kann abends, wenn man den Tisch herunter fährt, in eine große Liegefläche umgebaut werden – das weiss Jade sehr zu schätzen 😉

Panoramafenster geben einen Rundumblick – sehr geil !

Die Dusche ist nicht ganz so groß wie im alten aber auch separat und ausreichend.

Mit dem Wohnmobil durch Slowenien und Tschechien

Ein Reisebericht: mit dem Wohnmobiltour in Sowenien und Tschechien

 

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Was uns arge Probleme bereitet hat, ist die Gaswarnanlage: das Wohnmobil ist mit insgesamt drei Sensoren ausgestattet, die, wenn Jemand uns z.B. Narkosegas ins Wombel leitet, Alarm schlagen. Aber so richtig. Das geht durch Mark und Bein. Komischerweise ging der Alarm bereits das erste Mal an, als das neue Wombel bei uns Zuhause stand und nichts und Niemand in der Nähe mit irgendeinem Gas hantierte. Die Nachbarn Zuhause waren bereits leicht genervt (und wir noch nicht mal einen Meter gefahren), weil der Alarm alle paar Minuten los ging. Gott sei Dank hat der Vorbesitzer uns gezeigt, wo man zumindest den Lautsprecher abschaltet. Die eigentliche Alarmanlage blieb aber weiter aktiv – wenn auch um einiges leiser. Jeden Abend, wenn wir nun ins Wombel stiegen, ging mit herrlicher Regelmässigkeit ein paar Minuten später der Alarm los. Immer wieder etwas Pause dazwischen aber dennoch sehr beharrlich. Nach ca. 20 Minuten fröhlichen Alarms war Ruhe. Ich hab das meist eh nicht mehr mitbekommen, weil ich mir da bereits die Oropax in die Lauscher gepropft hatte und der Ton nicht zu mir durch drang. Nervig war´s dennoch. Wir haben den Vorbesitzer angeschrieben, der uns leider auch nicht sagen konnte, wie und wo man genau die Alarmanlage komplett vom Strom nimmt. Hmpf. Ulli hat dann einfach mal ein paar Sicherungen auf Probe gezogen, was zur Folge hatte, dass direkt der Alarm über den Platz schallte (da waren wir bereits in Slowenien). Das war schon mal nix. Abends dann wieder die uns altbekannte Sirene. Das Pärchen, dass neben uns im Zelt übernachtete, sagte uns hinterher, sie dachten, es wäre eine Marderschreck-Anlage. Aha.

Nächster Tag – nächster Versuch: Ulli sich alle Betriebsanleitungen geschnappt, studiert und endlich endlich hat er die richtige Sicherung erwischt. Halleluja (nach vier Nächten).

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien
Da soll einer durchblicken

Nun aber geht es nach der ersten Nacht und einem leckeren Frühstück mit aufgebackenen Bürlis frisch gestärkt weiter an den Spitzingsee . Die Übernachtung dort kostet mittlerweile € 14,– (im Mai noch € 12,–), was ganz schön üppig ist, wenn man überlegt, dass dort nur eine Ver-und Entsorgung ist (also man kann die Toilette und den Abwassertank entleeren und frisches Wasser aufnehmen). WC oder Duschen gibt es nicht; das nächste Restaurant ist ca. 10 Gehminuten entfernt.

Aber man steht halt direkt am See und nur über die Strasse ist die Bahnstation. Mit der Seilbahn kann man hoch auf den Berg und tolle Wanderungen unternehmen.

Eigentlich wollten wir zwei Nächte bleiben aber wie so oft am Spitzingsee, schlägt das Wetter nachts um: es regnet und am Morgen ist es neblig und will laut Wetter App auch erst einmal nicht besser werden. Also fahren wir weiter. An der Grenze zu Österreich kaufen wir die 10 Tages-Vignette und eine zweite Warnweste; die ist nämlich Pflicht für alle Personen (Hunde brauchen noch keine *grins*) und die Westen müssen vorne im Fahrerbereich liegen – dürfen nicht im Kofferraum transportiert werden.

Wir landen in “Ziedl” Spittal an der Drau (Österreich) bei der Familie “Nageler”, die auf ihrem Obsthof Stellplätze anbietet. Man hat eine tolle Sicht ins Tal, die Familie ist sehr nett und für die Nacht ohne Strom aber mit drei frischen Brötchen zum Frühstück zahlen wir € 19,40.

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Wir machen noch einen Waldspaziergang und finden zwei richtig große Pilze, die es direkt abends zum Grillfleisch gibt.

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Nächster Morgen: die Pilze müssen eindeutig der essbaren Gattung angehört haben: wir leben noch, hatten keinerlei Halluzinationen und fahren nun über den Wurzenpass durch Slowenien (huch, gerade erst drin, schon wieder raus) nach Italien. Wir möchten zwar nach Slowenien aber vorher hat es uns von den Bildern im Internet her ein Stellplatz am Lago di Fusine angetan – da möchten wir unbedingt hin ! Erst nehmen wir den falschen Weg (fahren auf nem Radweg und wundern uns, weil´s so eng ist und der italienische Bauer, wo wir dann doch endlich umdrehen, uns etwas sparsam ansieht, während einer seiner laut kläffenden Hunde uns erst mal an einen Reifen pinkelt). Ohne den Vierbeiner beim Zurücksetzen plattzufahren (gar nicht so einfach, wenn der ständig ums Wombel wuselt “Nein ! Ich steig nicht aus !!! Meinst Du, den will ich an der Wade hängen haben ????”), drehen wir und landen dann irgendwann am Lago. Oh – nix mit einsam und idyllisch: das ist proppenvoll da und wir drehen kurzer Hand zum zweiten Mal um und finden einen kleinen Stellplatz (“Camper Stop” in , wo wir eigentlich die einzigen Deutschen sind: zu 90 % sind nur Italiener vertreten. Die sind aber alle super nett und auch Jade wird mit einem “Ciao ciao” begrüßt, was ihr Gesicht noch runzliger werden lässt “Boah ey- ich bin KEIN Chow-Chow ! Ich bin ein Shar-Pei, SHAAAR PEEEI !!!” Die Dame am Stellplatz spricht ebenfalls nur italienisch, macht aber nix- sie ist total lieb und mit Händen und Füssen klappt alles. Zudem erkennt sie, was wir da für eine Hunderasse an der Leine haben und jetzt der Faltenkopp auch wieder versöhnt. Wir zahlen für die Nacht € 12,– ohne Strom; mit Strom kostet es € 15,–.

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Zu Fuß laufen wir nun an den Lago di Fusine und sind begeistert, wie schön der See ist:

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Wir laufen einmal drumherum, was sich gar nicht so einfach gestaltet, da der Weg sehr mit Baumwurzeln bewachsen ist. Für Familien mit Kinderwagen z.B. unpassierbar. Zur Belohnung gibt es am Ende noch ein kaltes Bier und wir treten den Rückweg zum Platz an.

Der Weg nach Bovec in Slowenien am nächsten Morgen hat es sowas von in sich: nichts ahnend begeben wir uns auf den Vršičpass. Gott sei Dank wissen wir vorher nicht, dass der insgesamt 1611 Meter hoch geht und mit 50 Haarnadelkurven gespickt ist. Teilweise besteht die Strasse noch aus Kopfsteinpflaster, ist sehr eng und eine fette Baustelle hatten wir auch noch:

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien
Es wird eng

Bevor wir allerdings so richtig auf die Passstrasse fahren, gibt es einen großen Schreckmoment: Ulli stellt in einer Kurve mit Blick in den Seitenspiegel fest, dass die hintere rechte Klappe offen ist ! Ein paar Meter weiter gibt es eine Haltemöglichkeit, Ulli springt raus, schliesst die Klappe und wir wollen gerade weiter fahren, als er meint “da hinten liegt doch was auf der Straße!” Jau- da ist unser Grill wohl in einer Kurve gegen die nicht verschlossene Klappe gekippt, die Klappe ging auf und der Grill ist heraus gefallen. Also Grill aufgeklaubt, verstaut und weiter. Wir haben dann aber doch noch mal gewendet und sind die Strasse noch einmal abgefahren, ob wir nicht noch mehr verteilt haben. Der Grill war aber das Einzige, was auf die Strasse geplumpst ist (reicht ja auch) und bis auf ein paar Kratzer hat er nichts abbekommen.

Und dann kam der Pass – als wir den endlich hinter uns haben, machen wir drei Kreuze und kommen erleichtert auf dem Campingplatz “Polovnik” in Bovec an. Der Platz ist schön gelegen, nur ca. 10 Gehminuten vom Ort Bovec entfernt; die Sanitäranlagen sind “na ja” und ich bin wieder froh, dass wir im Wombel eine so tolle Dusche haben. Das Duschen auf dem Platz kostet 50 Cent für 4 Minuten und nach diesen 4 Minuten läuft das Wasser weiter, wird aber eiskalt mit einem Schlag- ich hab fast nen Herzinfarkt bekommen !

Das Örtchen Bovec ist hübsch, hat zwei relativ große Supermärkte und einige Restaurants.

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Wir haben aber festgestellt, wenn man in der Hochsaison nichts reserviert, hat man abends keine Chance, an einen freien Tisch zu kommen. Wir haben den letzten Abend dann in dem Restaurant auf unserem Campingplatz eine Pizza gegessen und die war absolut köstlich und mit € 8,50 jeden Cent wert.

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Einen Tag sind wir zum Boca Wasserfall gewandert – hin und zurück 10 km auf einer schönen Strecke durch viel Wald und der Wasserfall ist echt toll:

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Was sich nicht lohnt, ist mit der Seilbahn hoch auf den Berg Kanin zu fahren. Zum einen gibt es in den kleinen Gondeln nur ein kleines Fenster und wenn die Sonne scheint, weht da drin kein Lüftchen und man hat das Gefühl in einer Sauna zu sitzen. Da es auf insg. 2000 Meter hoch geht und die Gondeln nicht wirklich schnell sind, dauert der Weg bis nach oben ca. 40 Minuten und die sind bei hohen Temperaturen wirklich sehr sehr lang ! Es gibt zwei Zwischenstationen, wo die Tür für jeweils 2 Minuten aufgeht und man auch aussteigen könnte (lohnt sich aber nicht, denn da gibt es NICHTS) und während es auf dem Weg nach oben noch so aussieht:

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

bietet sich einem auf dem Berg ein komplett anderes Bild:

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Toll, ne ?

Sehr sehr flott sind wir wieder in die Saunagondel abwärts gestiegen und auf dem Weg nach unten kamen uns ganz viele Gondeln mit Herren in nacktem Oberkörper entegegen. Komisch 😉 Also die € 17,– pro Person für die Hin- und Rückfahrt kann man sich getrost sparen oder sich dafür lieber kühle Getränke in der Bar “Črna Ovca” ganz in der Nähe des Campingplatzes kaufen. Man kann dort schön Draussen sitzen, es ist ruhig und wenn am angrenzenden Tennisplatz gespielt wird, kann man sich noch ein spannendes Match ansehen.

Was die Verständigung angeht, kommt man mit englisch überall durch. Eine lustige Sache gab es einen Nachmittag: ich war zum Spülen weg und als ich zum Wombel zurück kam, ging Ulli mit zwei Jugendlichen zur hinteren Klappe und holte unsere Leiter heraus. Ich mir nix gedacht, rein ins Wombel und irgendwann ruft Ulli “Gib mir mal die Streichhölzer raus !” “Hmm, denke ich – komische Kombi, die die brauchen: Leiter und Streichhölzer !?” Die beiden dackeln mit den Hölzern ab aber ohne Leiter. Ulli schaut ganz komisch. “Boah”, sagt er – “die sollen doch vernünftig sagen, was sie wollen ! Die haben eindeutig “Leiter” gesagt !” “Ja”, sag ich “und warum haben sie die nicht mitgenommen?” “Weil sie auf englisch mit mir geredet haben”, empört sich der Gatte. Tja- und da haben sie wohl nach “lighter” gefragt- also eindeutig Feuerzeug/Streichhölzer. Ulli meinte, die beiden hätten ganz ratlos geschaut, als er ihnen die Leiter hin hielt. Da es aber eine ist, die man zusammenschieben kann, dachte er, sie wüssten halt einfach nicht, wie man die bedient und hat ihnen noch gezeigt, wie sie funktioniert. Die Ratlosigkeit der beiden wurde wohl immer größer. Der eine der beiden fing sich dann schneller und konnte mithilfe von Gesten klar machen, dass sie Feuer brauchen.

Als sie uns die Streichhölzer später zurück brachten, haben sie immer noch gegrinst.

Die Temperaturen stiegen immer mehr und nach drei Nächten entschlossen wir uns, das Revier zu wechseln. Inklusive Strom haben wir € 78,– für den Aufenthalt bezahlt.

Wir sind zu dem Ort Gabrje und dem gleichnamigen Campingplatz gefahren. Dort gibt es Plätze direkt am Fluss Isonzo und wenn man keinen Strom braucht, steht man nicht in dem mega Getümmel am Anfang des Platzes; dort war es rappelvoll. Auf dem Platz sind ganz viele Paraglider; man kann sich dort anmelden und wird dann mit Kleinbussen zum Absprungsort gefahren. Gelandet wird direkt wieder am Platz. Besser geht´s ja wohl kaum.

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Im Fluss selber sah man immer wieder Kanuten – auch eine sehr beliebte Sportart dort.

Die Temperaturen kletterten auf bis zu 31 Grad und bis auf einmal, wo wir die 4 km bis zum Ort Tolmin und zurück gelaufen sind, haben wir nichts gemacht, ausser zu chillen und uns im Fluss abzukühlen.

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

Wohnmobiltour Slowenien/Tschechien

In Tolmin gibt es einen sehr großen “Mercator” Supermarkt, der sogar sonntags auf hat. Der Parkplatz davor ist auch für Womos groß genug, wie wir kurz vor unserer Abreise aus Slowenien festgestellt haben (Fortsetzung folgt…)

 

 

 

 

 

 

 

 

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