Was genau ist Zucker und was stellt er mit uns an ?

Zucker

Gute Frage. Ich schreib hier ständig, ich esse keinen Haushaltszucker mehr und ersetze ihn durch Alternativen. Aber was ist denn Zucker überhaupt für ein Zeug ? Früher hätte ich gesagt “ist süß und schmeckt und ohne geht nicht”. Wo tatsächlich überall Zucker enthalten ist, hat mich nicht interessiert. Warum auch ? Mir war klar, dass Schokolade, Weingummi und Co. Zucker enthalten. Und dass der auch im Ketchup drin ist, wusste ich ebenfalls. Ha ! Ja aber warum auch nicht ? Schmeckt doch. Meine Ernährung wurde in Punkten berechnet  und dass Schokolade viele hat und ich dementsprechend wenig davon essen “durfte”, war ja klar.

Dann las ich “Goodbye Zucker” von Sarah Wilson und ich erfuhr, was Zucker überhaupt ist und was mein Körper damit macht (andersherum natürlich auch). Damit das alles nicht zu wissenschaftlich wird (worüber ich auch gar nicht den Überblick habe), nur mal so in grob:

Zucker besteht zur Hälfte aus Glukose und Fruktose und wird aus Zuckerrohr und Zuckerrüben hergestellt, deren Nährstoffe entfernt wurden – enthält somit “leere” Kalorien.

Während Glukose sich in fast jedem Nahrungsmittel befindet (Brot, Getreide, Reis, Nudeln, Obst, Gemüse) und eine wichtige Energiequelle für unseren Körper darstellt (unser Körper wandelt die Lebensmittel in Glukose also Energie um), ist Fruktose in der Natur eher selten zu finden (sie steckt vor allem in Baumobst, Honig und Weintrauben). Unser Körper hat im Lauf der Evolution gelernt, mit Glukose klarzukommen – die Riesenmengen an Fruktose allerdings (in 80 % der verarbeiteten Lebensmitteln ist Fruktose enthalten), die wir zu uns nehmen, sind ein Problem.

Essen wir Zucker (also eine Kombi aus Glukose und Fruktose), sorgt das Hormon Insulin dafür, dass die Glukose, die ja schnell und ungefiltert in unserem Blutkreislauf wandert,  in Muskeln, Organe und Fettzellen transportiert wird, um Energie zu gewinnen. Oder es wandelt sie in Glykogen um, auf dass der Körper als Ersatz zugreifen kann.

Fruktose dagegen wird in der Leber zu Fett abgebaut. Ein Großteil des auf die Weise entstandenen Fettes gelangt zurück in den Blutkreislauf. Es erhöht so die Blutfett- und Cholesterinwerte und wird in den Fettdepots eingelagert. Studien haben bestätigt, dass sich eine erhöhte Fruktoseaufnahme ungünstig auf den Stoffwechsel auswirkt und die Entwicklung von Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Fettstoffwechselstörungen und Diabetes begünstigt. Außerdem steigert die erhöhte Zufuhr von Fruktose das Risiko für Bluthochdruck.

Fruktose führt zudem zu einem geringeren Sättigungsgefühl. Normalerweise ist das Hormon Leptin dafür verantwortlich dem Gehirn zu vermitteln, ob die Fettdepots ausreichend gefüllt sind. Leptin wird in den Fettzellen gebildet. Sind ausreichende Fettreserven vorhanden, hemmt Leptin das Hungergefühl. Ein übermäßiger Fruktosekonsum führt allerdings zu einer Leptinresistenz. Das bedeutet, dass die Signalübertragung des Sättigungsgefühls nicht mehr funktioniert und das Sättigungsgefühl ausbleibt.

Fruktose schadet also in dreierlei Hinsicht: sie wird direkt in Fett umgewandelt und in den Fettdepots gespeichert, sie verhindert die Fettverbrennung bei gleichzeitig vermehrtem Fettaufbau und blockiert das Sättigungsgefühl.

Das habe ich alles erst im Laufe der zuckerfreien Zeit erfahren- für mich zählte zu Beginn vor allem, dass mich mein Zuckerkonsum in ständige Heisshungerattcken trieb und ich ja testen wollte, wie sich der Zuckerverzicht auf Appetit, Laune und natürlich den Hefekleiepilz auswirkt.

Wer mehr über Zucker erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch “Voll Verzuckert” – es ist sehr informativ und dazu noch unterhaltsam geschrieben. Ein super Zitat daraus ist für mich folgendes:

“So vieles war in meinem Leben besser geworden, seit ich den Zucker wegließ. Die neue »Süße« in meinem Leben entsprang einer ruhigeren Energie, einer wacheren Persönlichkeit, einer gesünderen Ausstrahlung und einer tieferen Verbindung zu anderen. Daher weiß ich, dass raffinierter Zucker nie wieder eine Rolle in meinem täglichen Leben spielen wird.”

Quellen: Damon Gameau “Voll Verzuckert”; NDR.de

 

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