Erfahrungen und Fakten, Tschüss Zucker
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Zuckerverzicht, das Gewicht und weitere positive Erfahrungen

Zuckerverzicht

Zucker komplett zu vermeiden, ist in unserer heutigen Gesellschaft (fast) unmöglich: so viele Lebensmittel im Supermarkt enthalten  Zucker. Wenn wir essen gehen, enthalten Saucen, Marinaden, Dressings, Brot,…Zucker. Gestern noch waren wir eingeladen und es gab zum Kaffee Pflaumenkuchen (klar mit Zucker) und einen Schokokuchen, der u.a. aus 10 Eiern, mehreren Tafeln Schokolade, 250 Gramm Butter und sage und schreibe 350 Gramm ! Zucker bestand. Den musste ich einfach mal probieren- habe ein Gabel davon genommen und das hat auch gereicht. Der Kuchen war einfach nur süß. Ich weiss aber, dass ich ihn noch vor 1,5 Jahren ganz fantastisch gefunden hätte ! Mein Geschmack hat sich sehr geändert- bzw. meine Geschmacksnerven fahren nun auf andere Dinge ab.

Als ich mich zum Zuckerentzug entschlossen hatte und dort ja dann Vollfettprodukte, Nüsse und Avocados auf dem Speiseplan standen, war ich entzückt ! Endlich wieder “richtigen” Käse, Nüsse nicht nur so drei bis vier und einfach mal über die Stränge schlagen und eine halbe Avocado aufs Brot anstatt diese komplett vom Speiseplan zu streichen, da viel zu viele Kalorien. In der ersten Zeit des Zuckerverzichts ging das Gewicht nach unten, da ich aber dann bei Nüssen und Co. gut zugelangt habe, wanderte der Zeiger der Waage nach oben. Ich dachte darüber nach, doch wieder nach dem Weight Watchers Punktesystem zu leben- nur eben halt ohne Zucker. Bei dem neuen Programm hatten süße Lebensmittel jetzt eh sehr viele Punkte- wäre mir also entgegengekommen. Nach kurzer Zeit ging mir diese Punktezählerei aber wieder total auf die Nerven und es war ja eigentlich auch nicht das, was ich für mein Leben wollte. Ich habe dann verstärkt darauf geachtet, weniger Käse und Nüsse zu essen, als Zwischenmahlzeit eher mal ein wenig Joghurt mit Blauberen und meine Hauptmahlzeiten so zu gestalten, dass der Gemüseanteil sehr hoch war oder ich habe Salat dazu gegessen. Was ich wirklich lernen musste (und immer noch lerne): auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl zu hören. Und: ich habe beschlossen, nur noch einmal im Monat auf die Waage zu steigen. Dieses wöchentliche Wiegen hat mich verrückt gemacht ! War zu Beginn ganz schön schwierig, weil ich es ja über Jahre hinweg nicht anders kannte. Das Gewicht ging wieder nach unten und seit Monaten halte ich es. Klar- die Energiebilanz muss stimmen: wenn ich mehr an Kalorien zu mir nehme, als ich verbrenne (auch wenn es “gute” Kalorien sind), nehme ich zu. Ich schaue mir dann meine Portionsgrößen an (weil sich immer noch gern der kleine Vielfraß in mir meldet), lasse mal die selbstgebackenen Kuchenzwischenmahlzeiten weg oder verzichte öfter abends auf Brot, Nudeln, Reis etc. und esse mehr Gemüse. Ich muss aber weder hungern, noch Kalorien- bzw. Punkte zählen. Das ist für mich sehr befreiend und macht mich echt glücklich. Ich denke, dadurch, dass ich keine Heisshungerattacken bzw. ständig Appetit wie früher habe, esse ich insgesamt weniger und kann mein Gewicht halten. Sport mache ich auch (hab ich aber auch vorher): ich fahre Rad und gehe Laufen- aber nicht täglich. Dazu kommt dann mein veränderter Geschmackssinn: in Gemüse, Quinoa und leckere selbstgemachte Saucen und Dips könnte ich mich heute mit Anlauf rein schmeissen ! Was mir zu Beginn teilweise eher befremdlich auf der Zunge lag, finde ich heute immens lecker. Ich hatte gelesen, dass man neuen Geschmacksrichtungen eine Chance geben soll- man gewöhnt sich daran. Es dauert nur etwas. Und das ist tatsächlich so !

Was mache ich aber nun, wenn ich z.B. so wie gestern eingeladen bin oder auch mal Essen gehe ? Ganz einfach: ich esse das, was da ist. Ich verweigere weder den Kuchen, noch frage ich im Restaurant nach, wo denn Zucker enthalten ist. Ich esse das, worauf ich Appetit habe (oder was eben da ist) und fertig. Und am nächsten Tag mache ich mit meiner zuckerfreien Ernährung weiter. Ich hatte es bisher nie, dass ich durch so eine Einladung in alte Muster zurückgefallen bin oder mir “auf einmal” Zucker wieder total gut schmeckte und meinte, mehr davon zu wollen. Da ist aber jeder Mensch anders. Bei manchen schlagen ein Stück mit Haushaltszucker gebackener Kuchen “voll rein” und ab dann gibt es kein Halten mehr. Andere lässt so eine Ausnahme kalt. Das muss jeder für sich selber heraus finden. Und ich merke auch immer ganz schnell, wenn es zu viel ist, weil meine Kopfhaut anfängt zu jucken. Dann weiss ich, ich muss jetzt aufpassen, sonst habe ich bald wieder “Spaß” mit dem Hefekleiepilz.

Überhaupt mal zu den “Nebenwirkungen” der zuckerfreien Ernährung: auch hier gilt wieder- es sind meine persönlichen Erfahrungen ! Jeder Mensch ist anders und von daher wird jeder Mensch andere Dinge berichten. Hier meine:

  • da wäre also zum einen der vermaledeite Hefekleiepilz, den ich losgeworden bin (in meinen Augen das Allerbeste an der zuckerfreien Ernährung).

Bei den anderen Änderungen, die mir aufgefallen sind, weiss ich nicht, ob sie tatsächlich dem Zuckerverzicht zu verdanken sind (es wäre wahrscheinlich etwas zu einfach, das alles dem fehlenden Zucker zuzuschreiben) aber ich beobachte sie halt erst, seitdem ich zuckerfrei lebe:

  • ich habe mehr Energie; früher habe ich an freien Tagen gerne ein Mittagsschläfchen eingelegt von mitunter ein bis anderthalb Stunden. Mache/brauche ich heute so gut wie gar nicht mehr
  • ich habe seltener Kopfschmerzen; das ist mir letztens erst aufgefallen, als ich nach langer langer Zeit mal wieder eine Tablette dagegen genommen habe
  • das sage ich jetzt sehr vorsichtig und ich weiss, dass meine Lungenfachärztin mir garantiert einen Vogel zeigen würde: das Spray, was ich gegen mein bronchiales Asthma nehmen muss, wenn ich Atemnot habe, brauche ich nur noch in Ausnahmefällen. Ich bin damals in ein Asthmaprogramm gekommen, weil ich bis zu sieben Mal am Tag ein Notfallspray nehmen musste (was viel zu viel war und bei der Ärztin, der ich das erzählte, ebenfalls direkt Schnappatmung auslöste). Ich bekam nach einem Lungenfunktionstest ein Medikament in Sprayform, was ich zwei Mal täglich nahm und dadurch wurde es mit meinen Bronchien schnell besser (wie der Kontrolltest alle paar Monate belegte). Da also jetzt rumzutönen, “das kommt alles, weil ich keinen Zucker mehr mampfe”, wäre sehr weit hergeholt, ist mir absolut klar. Ich erwähne es aber auch nur deshalb, weil ich nun seit einem Jahr vielleicht alle zwei Monate das Spray brauche.

Jo- und bei diesen ganzen “Annehmlichkeiten” wär ich doch doof, wenn ich was ändern würde, oder 😉 ?

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