“New York Christmas Baking”, Lebkuchenpleite und ich – mein Monatsrückblick November

Es ist der 30.11.2017. Morgen wird das erste Schächtelchen (in meinem Fall) geöffnet und der Endpsurt gen Weihnachten naht. Wie war Euer persönlicher November ? Welches Resumee würdet Ihr ziehen, wenn ich Euch jetzt und hier frage ? Seid Ihr durch den November gerast, Tag für Tag abgehakt und fix in den neuen ? Oder habt Ihr Euch ab und an mal ein wenig Zeit genommen und überlegt, was war gut, was hat mich heute zum Lachen gebracht, wer hat mich inspiriert, wem habe ich heute etwas geben können ? Es ist super interessant, wenn man ein wenig achtsamer durch die Welt tappst, was man alles vor allem über sich selbst lernen kann. Kann ich nur empfehlen – probiert das mal aus. Und schlussendlich: was nehme ich mir für den Dezember vor ?

Eigentlich sollte dies “nur” ein Beitrag über ein Backbuch werden. Da ich aber beim Backen einen “aha” Moment hatte und das wiederum einiges über mich aussagt, muss das Backbuch mit in meinen persönlichen November-Rückblick. Aber von Anfang an…

Bei nikesherztanzt hatte ich fasziniert einen Beitrag samt Rezept für eine Möhren-Kokos-Suppe mit Ingwer gelesen und das schöne Buch, woraus Nike das Rezept hatte, hatte es mir direkt angetan. Wow- sah das gut aus ! In meiner Mittagspause ein paar Tage später bin ich in den ortsansässigen Buchladen geschlendert und fand auf dem “Weihnachtstisch” das Buch und u.a. eines namens “New York Christmas Baking” und mir war ruck zuck klar: das wird meins ! Koch- und Backbücher kaufe ich aus dem Bauch heraus – immer nach recht kurzem Durchblättern. Das ist einfach so. Entweder macht es “klick” oder eben nicht. Bei besagtem Backbuch machte es “klick, klick, klick” und ich war auch schon auf dem Weg zur Kasse.

Monatsrückblick November

Zurück im Büro blätterte kurz meine liebe Kollegin Frauke durch das Buch und rief direkt “Ohhhh- Lemon Cookies ! Die möchte ich ! Backst Du die mir ??” Widerstand zwecklos. Das waren also meine ersten Kekse aus dem Buch und allein der Teig schmeckte bereits unverschämt gut. Die fertig gebackenen Kekse ebenfalls (genialerweise haben Liz und Jewels das Rezept dafür jetzt veröffentlicht, so dass Ihr sie direkt nachbacken könnt).

Jetzt fragt man sich evtl., was denn bitte Frau kohlenpottgourmet – ihres Zeichens zuckerfrei durch die Welt tappsende Bloggerin – mit einem “normalen” Backbuch anfängt ? Ha ! Kann ich Euch sagen: zum einen ist das Buch einfach der Knaller und zum anderen kann man alles durch irgendwas ersetzen- bzw. gerade die Zuckermengen stark reduzieren. Der Einsatz vieler leckerer Gewürze wie Vanille, Zitrone etc. sorgen für tollen Geschmack.

Monatsrückblick November
Oben die Kekse mit Erdnussbutter unten die Lemon-Cookies

Nach den exzelleten Lemon-Cookies kamen “Sandwich Cookies mit Erdnussbutter” an die Reihe; und direkt darauf die “Stained Glass Cookies”. Vor allem bei den Keksen mit Erdnussbutter kann ich nur sagen: die gehen gar nicht ! Ihhh, pfui ! Falls Ihr die backt, schickt sie mir und ich entsorge sie für Euch *ganz unschuldig guck* – Ihr müsst die nicht runterwürgen. Ich würde mich opfern (meine Adresse findet Ihr im Impressum) 🙂

Ihr seht – das Backbuch mit seinen 128 Seiten hat mich echt in seinen Bann gezogen. Neben der Rubrik “Sweet Christmas Cookies” gibt es noch “Holiday Cakes” (da interessiert mich sehr der “Coffee Cake mit Cranberry-Frosting”) und “Christmas Breakfast” (ich liebäugel mit “Banana Pecan Waffles”) und ich verspreche – was ich noch nachbacke (natürlich mit weniger Süße), werde ich hier noch ergänzen.

Ganz im Backeifer und -fieber habe ich mir die “Gingerbread Men” also Lebkuchenmänner aus dem Buch vorgenommen: schön Melasse dafür gekauft (hab ich vorher noch nie benutzt) und den Teig brav am Tag vorher zubereitet, damit der auch im Kühlschrank adäquat kühlen kann.

Am nächsten Tag war Backtag, ich holte den Teig aus dem Kühlschrank, las im Backbuch “Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen”, wiegte den kalten Teigklumpen in der Hand, liess ihn auf die Arbeitsplatte plumspen und dachte “wie bitte in aller Welt soll ich diesen KLOTZ ausrollen ?????” Da war kein Denken dran. So gar nicht. Ok, dachte ich. Macht nix. Ich lass den mal ein wenig bei Raumtemperatur hier liegen, geh mit dem Hund, fahr einkaufen usw. und dann ist der geschmeidig und die Rolle rollt quasi von allein da drüber. Also ich mache es kurz: ich könnte jetzt noch mit dem Hund gehen, einkaufen etc. : der Teig wurde zwar wärmer aber er war so extrem bröselig, dass an ein Ausrollen weiterhin nicht zu denken war. Freundin Chrissy angeschrieben: der super gute Tipp: vergiss das Ausstechen und mach Kugeln aus dem Teig. Jo. Mach ich. Der Teig aber weigerte sich: er zerfiel zu Staub zwischen meinen Fingern. Ich hatte so dermaßen die Pappe auf, dass ich alles in die Tonne geschmissen habe. Ich muss dazu sagen: ich HASSE es, Lebensmittel wegzuwerfen aber ich hatte NULL Idee, wie ich aus dieser Wüste Sahara ausrollwilligen Lebkuchenteig machen sollte. Der Teig machte mich richtiggehend aggressiv !

Der Teig für die “Stained Glass Cookies” war zwar auch ziemlich fest, aber er liess sich wenigstens ausrollen. Und nicht nur, dass ich Weihnachtsbäume aus dem Teig ausgestochen habe, ich habe sogar noch kleine Herzchen ausgestanzt, wo dann gemahlenes Bonbonpulver hinein kam UND ich habe kleine Löcher gebohrt, um die Kekse aufhängen zu können. Da staunt Ihr, was ? Aussehen tun die Plätzchen so:

Monatsrückblick November

So- und nun kommen wir mal zu meinem persönlichen “aha” Moment: das Lebkuchen-Fiasko hatte mich nicht losgelassen: zwei Tage später habe ich es mit dem Teigrezept von Carrots for Claire probiert. Der Teig war wesentlich geschmeidiger: ich habe Dinkelmehl und Teffmehl genommen und nur die Hälfte an Ahornsirup. Beim Ausstechen, restlichen Teig zusammenknüddeln, wieder ausrollen, ausstechen, zusammenknüddeln etc., kam mir dann in den Kopf: “was mach ich hier eigentlich ?” Im Grunde finde ich Kekse, die man ausstechen muss, total doof (vor allem wenn ein Teig so wehrig ist). Ich mag lieber die, die man in Häufchen aufs Backblech platzieren kann, die man rollt, dreht oder was weiss ich. Ausstechen ist doof. So ! Und somit wären wir bei meiner Erkenntnis, dass ich eine extrem faule Keksbäckerin bin. Nix mit filigranen Sternchen, niedlichen Figuren oder was weiss ich – ich bin eher für das Robuste.

Den restlichen Lebkuchenteig habe ich nicht mehr ausgerollt, sondern kleine Kugeln geformt und so gebacken. Fertig. Geschmacklich hat mich das Ganze leider nicht so überzeugt – ich fürchte, ich bin in dieser Richtung (also was Lebkuchen angeht) total versaut und vergleiche einfach zu sehr mit dem Gekauften.

An dieser Stelle: wenn Ihr auch nur IRGENDEINEINEN leckeren Lebkuchenteig (ohne Tonnen an Zucker) für mich habt: bitte her mit dem Rezept – ich wäre Euch unendlich dankbar !

Und weiter: was macht Ihr, wenn Ihr so einen hammerfesten Teig habt, der eigentlich ausgerollt werden soll ? Bekommt Ihr das hin (wenn ja- bitte WIE ?) oder was macht Ihr ? Und was macht Ihr, wenn der Teig so bröselig ist ?

Das optische Ergebnis der gelungenen Lebkuchenmänner möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

Monatsrückblick November

Aber bis Weihnachten mache ich mir definitiv keinen Stress mehr mit selbstgebackenen Ausstech-Keksen: es wird nur noch gehäuft, gerollt und gedreht. Ende.

Und um nun noch mal zum ersten Absatz zurück zu kommen:

  • Was/wer hat mich zum Lachen gebracht ?

Definitiv unser kleiner Faltenclown – so oft und immer wieder. Danke, Du Faltenschnute !!!

Monatsrückblick November

Es ist so herrlich bei Tieren, wie sehr sie im Hier und Jetzt leben – jeden Augenblick bewusst durchleben und das lässt mir immer wieder das Herz aufgehen.

  • Was/wer hat mich inspiriert ?
  1. Die Awesome People Conference mit unglaublich tollen Interviews mit noch tolleren Menschen – der Wahnsinn ! Sie geht noch bis zum 03.12. – wenn Ihr wollt, meldet Euch noch schnell an.
  2. Kathrin mit ihrem schönen Blog sevenandstories; ich mag ihren Schreibstil und ihre Fotos total gern – schaut mal bei ihr rein
  3. Der Spruch “Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.” (Francis Bacon)
  • Wem habe ich etwas geben können ?
  1. ich hoffe einigen Menschen: mit jedem Lächeln, jedem Moment des Zuhörens,…aber das kann nur jeder für sich beurteilen
  • Was nehme ich mir für den Dezember vor ?
  1. Obwohl der garantiert stressig wird, möchte ich immer wieder Zeit finden, um mich Zurückzulehnen und Durchzuatmen; ich möchte mich auch über kleine Dinge freuen und nicht alles als selbstverständlich hinnehmen
  2. Weiterhin daran arbeiten, mich mitzuteilen, wenn mir etwas nicht passt; Nein sagen, wenn ich merke, das möchte ich tief in meinem Inneren nicht
  3. Leckere neue Rezepte ausprobieren, was leider mit dem Wunsch, endlich mal etwas abzunehmen, kollidiert. Irgendwie muss ich da einen Weg finden – habe auch schon eine Idee und lasse es Euch wissen – später 😉

Nun denn – schauen wir mal, was der Dezember für uns bereit hält. Euch wünsche ich wunderschöne 31 Tage – rennt nicht durch jeden einzelnen, sondern gebt jedem die Chance, der beste zu werden !

Alles Liebe und wir lesen uns im Dezember,

Eure Stephie

 

 

 

 

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