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Über Dankbarkeit, Stress und Traurigkeit (oder: wie viele Emotionen passen in eine Woche ?)

Apfelblüte

Puh. Ich glaube, das wird der unkoordinierteste Beitrag, den ich hier bisher geschrieben habe.

Aber das Leben ist nun mal nicht immer kontrolliert und organisiert – es gibt Tage, manchmal sogar Wochen, wo alles Kopf steht und man selber nicht weiss, wo der eigene Kopf gerade ist und wie man so viele Emotionen verarbeiten soll.

Ich weiss auch gar nicht, wo ich anfangen soll. Also am besten irgendwo.

Seit ca. 14 Tagen habe ich keinen Blogbeitrag mehr geschrieben: es fehlte schlicht und ergreifend die Zeit. Wir sind im Büro personell unterbesetzt und eine Kollegin fiel noch krank aus – es wurde also gearbeitet, was das Zeug hielt. Abends bin ich meist total groggy ins Bett geplumpst oder habe noch schnell etwas zu essen für den nächsten Tag vorbereitet. Das durfte auf keinen Fall zu kurz kommen – gutes Essen ist in stressigen Zeiten ganz ganz wichtig für mich. Ich bin sogar von meinem geliebten Frühstücksbrot abgewichen und habe mir abends immer Haferflocken eingeweicht und dann am nächsten Morgen mit Obst, Nüssen und Joghurt mit ins Büro genommen. Mittlerweile schmeckt mir das wieder richtig gut und ich entwickle immer neue Ideen – so kommt keine Langeweile auf.

Hilft bei Stress immer: Bewegung

Das Wetter war ja in den letzten Wochen endlich mal beständig und so bin ich mit dem Rad zum Büro geradelt. Das tat unwahrscheinlich gut – vor allem abends nach Büroschluss.

Unterwegs habe ich dann immer Podcasts gehört: meist “happy holy confident” von Laura Seiler. Praktischerweise hat sie zwei Folgen mit Jacob Drachenberg aufgenommen. Jacob ist Experte in Sachen gesunder Stressbewältigung und in den beiden Podcast Folgen habe ich viel gelernt; u.a., dass gegen Stress auf jeden Fall Bewegung hilft. Ob man nun Joggen, Schwimmen, Spazierengehen, Yoga oder eben Rad fahren geht, ist völlig egal. Hauptsache bewegen, denn so werden die Stresshormone abgebaut.

Und dann hörte ich ständig und überall wieder dieses Wort mit “M”

Damit ist Meditation gemeint. Boah. Wie oft habe ich schon gehört, wie gut es sei, jeden Tag zu meditieren. Muss auch gar nicht lang sein – Hautpsache man blendet mal alles um sich herum aus, damit einmal am Tag der Geist zur Ruhe kommt und nicht ständig von allen möglichen Einflüssen bombadiert wird. Grrrrr.

Meditation und ich passen so gut zusammen, wie Fasten und meine Wenigkeit – nämlich gar nicht. Ja klar, ich hab mich bemüht: mal geleitete Meditation, mal ganz in Stille. Mal morgens, mal abends. Grauenvoll. Nichts ging. Ich habe es einfach nicht geschafft, mich auf meinen Atem zu konzentrieren und meine Gedanken wahrzunehmen aber nicht zu bewerten. Ziemlich frustriert hatte ich es schnell wieder aufgegeben und ich weiss auch gar nicht, warum ich es dann doch noch mal wieder probiert habe: ich glaube, ich dachte, wenn SO viele darauf schwören und es schaffen, dann muss ich es doch auch können. Das gibt´s doch gar nicht !

Ich habe mir die 7Mind App heruntergeladen, da gibt es ein paar kostenlose Meditations”proben” und die Stimme von dem Sprecher fand ich einfach angenehm. Also morgens mal wieder hingesetzt und der Stimme gelauscht. Alles wie immer: mein Geist war wach und meine Gedanken wollten wie jeden Morgen direkt losgaloppieren. Argh ! Hilfe ! Dieses Mal bin ich aber nicht frustriert seufzend aufgestanden sondern habe weitergemacht. Und siehe da- es ging. Zumindest konnte ich mich annähernd mal auf meinen Atem konzentrieren und das hat mich sehr überrascht. Ziemlich skeptisch habe ich mich abends direkt noch einmal darauf eingelassen und das war dann im Grunde der Anfang meiner Meditations”karriere”. Die App habe ich mir nun direkt für ein Jahr gekauft und bei der zum Einschlafen kann ich nur sagen: die ist der Hammer ! Ich habe es vielleicht zwei Mal geschafft, sie bis zum Ende zu hören – die anderen Male bin ich mittendrin weggeschlummert.

Natürlich gibt es Tage, da fällt es mir unglaublich schwer, mich auf die Meditation einzulassen und dass ich gelassener und fokussierter durch den Tag gehe, kann ich auch (noch) nicht sagen aber ich freue mich jetzt sehr auf meine 2×7 Minuten Auszeit am Tag (so lang geht nämlich immer eine Mediation bei 7Mind- annehmbare Zeitinvestition, oder nicht ?).

Zum Punkt der Traurigkeit:

Nach unserem Wochenendausflug lag unser kleiner “Herr Tschiep” tot im Käfig. Die Tage vorher machte er schon nicht mehr einen sehr fitten Eindruck und ist dann endgültig eingeschlafen. Wir haben ihn im Garten beerdigt. Der kleine Kerl hat eine große Geschichte hinter sich: eigentlich war Mitbewohner der Vogelvoliere in Schwiegerpapas Garten. Zusammen mit anderen Wellensittichen und Kanarienvögeln. Als die Schwiegereltern im November 2016 im Urlaub waren, hatte sich einen Abend eine Ratte, ein Marder oder was oder wieviele davon auch immer einen Weg in die Voliere gebuddelt und sich alle Vögel gekrallt. Alle bis auf einen: Herr Tschiep saß als Einziger morgens noch allein in der Voliere. Als ich abends von der Arbeit nach Hause kam und Ulli mir davon berichtete, haben wir nicht lange gezögert sondern Herr Tschiep da heraus geholt – wer weiss, wie lange er da überlebt hätte. Einen Vogelkäfig hatten wir natürlich nicht. Wir haben Jade´s Hundeautobox mit Stangen ausgestattet und Herrn Tschiep dort erst mal hinein gesetzt. Ziemlich schnell hat uns ein netter Nachbar einen Käfig geliehen und ich habe Herrn Tschiep direkt weibliche Untersützung organisiert: Bibo zog mit ein. Wellensittiche leben im Schwarm und einen alleine zu halten, ist absolut nicht Artgerecht. Schwiegerpapa wollte seine Voliere nicht wieder mit neuen Vögeln bestücken, also war klar, dass die beiden Flattermänner bei uns bleiben. Sie haben einen schönen großen Käfig bekommen und durften fast täglich durch die Wohnung sausen. Zahm waren sie natürlich nicht aber das war und ist egal.

Tja und nun ist Herr Tschiep nicht mehr. Bibo allein zu Haus. War sie aber nur 24 Stunden- ich bin direkt zum Züchter und habe ihr einen neuen Kumpel nach Hause geholt: jetzt freunden sie sich gerade an und sie zeigt ihm sein neues Zuhause. In ein paar Tagen dürfen sie mal auf Freiflug gehen und ich hoffe, der kleine Kerl orientiert sich dann an Bibo und findet auch wieder gut in den Käfig zurück.

Bird

Noch scheu linst man über die Schulter

Und nun komme ich auch direkt zum Punkt der Dankbarkeit:

Ich bin für unsagbar viele Dinge dankbar. Momentan aber vor allem, die Möglichkeit zu haben, so spontane Wombel-Ausflüge wie am letzten Wochenende unternehmen zu können und dabei liebe Freunde wieder zu treffen. Auftanken, mit dem Rad durch die Gegend zu radeln, viele neue Eindrücke zu bekommen, abends glücklich und zufrieden einzuschlafen. Das ist herrlich und macht mich glücklich.

Ganz besonders glücklich hat mich aber die Tatsache gemacht, dass die letzte Chemotherapie nun genau die richtige für meine Mama war und der Tumor, von dem sie vor fast einem Jahr erfahren hat, nun endlich endlich kleiner geworden ist. Gibt es tollere Nachrichten ?

So, nun wisst Ihr, was in der letzten Zeit bei mir so los war und ist. Partout nicht langweilig, obwohl ich mir jetzt gerade ein wenig Langeweile gut vorstellen könnte. Aber wir sind ja nicht bei “wünsch Dir was”, sondern bei “so isses”.

Beim nächsten Mal kommt dann auch wieder ein Rezept, versprochen 😉

Habt eine schöne Zeit, passt auf Euch auf und bis bald,

Eure Stephie

 

 

 

2 Kommentare

  1. HI Stephie,

    jaja der Stress nervt…die 7 Minds App habe ich auch und ich liebe den Podcast von denen. Ehrlicherweise habe ich aber bislang nur 1 Mal eine Meditation gemacht. Ich sollte es auch nochmal versuchen!
    Das mit eurem Vögelchen tut mir Leid. Ich also riesengroßer Vogelfan kann nachvollziehen, dass man da traurig ist. Herr Tschiep…was ein süßer Name.
    Das mit deiner Mama freut mich auch sehr! Meine Mum hatte auch vor einem Jahr ne Diagnose und vor kurzem waren meine Eltern zu Besuch und sie ist jetzt wieder gesund. Ich freu mich so 🙂
    Ich wünsche dir was und sende dir liebe Grüße aus Münster!

    • Stephanie sagt

      Hallo Julia,

      Deine Mama ist gesund ? Wow- das freut mich total und gibt mir Hoffnung, dass meine Mama den Rest auch noch besiegt ! Solche Nachrichten sind wirklich immer die Schönsten, oder ?
      Ja, das mit Herrn Tschiep war heftig- aber Bibo hat sich mit ihrem neuen Gefährten R.Kelly super angefreundet und der ist nun auch einiges flugfreudiger als Herr Tschiep es war.
      Über die 7 Mind App freu ich mich total- 7 Minuten schaff ich immer mal einzuschieben. Und es tut wirklich gut !
      Dir alles Liebe nach Münster und bis bestimmt bald mal,
      Stephie

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