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Knishes mit Salsiccia und Röstpaprikafüllung

Knishes

Zuerst einmal allen Muttis dieser Welt einen wundervollen Muttertag ! Bei mir ist es der erste ohne Mama und um mich abzulenken, kommt die heutige Blogparade “All you need is….internationale Teigtaschen” genau richtig. Dann mal ran an die Töpfe, Pfannen und Backbleche !

Wieder was über mich gelernt

Also was ich definitiv immer wieder von mir sagen kann (muss): für filigrane Arbeit bin ich nicht zu gebrauchen. Kleine, kunstvolle Törtchengebilde aus meiner Hand ? Keine Chance ! Kann ich nicht und ich habe da auch echt alle Ambitionen aufgegeben. Sollen andere machen. Ich konzentriere mich aufs Grobe.

Vor diesen Teigtaschen hier dachte ich noch “evtl. besteht ja ein winziger Funken filigraner Hoffnung”. Nach dem Tag in der Küche kann ich mit voller Überzeugung sagen: nein.

Knishes

Ich schaffe es echt noch nicht mal, so kleine Teigkugeln zusammenzutüddeln, dass die Füllung nicht beim Backen übers Blech läuft. Mein Glück: der Teig ist so klasse, dass er partout nicht nachgibt und jegliche Füllung an seinem Platz bleibt.

Knishes

Ha ! Wer braucht filigrane Handarbeit wenn er nen bombensicheren Teig hat ? Kein Mensch ! Das also mal vorab. Nun zum Detail:

Das wohl erste Streetfood

Knishes (das “K” wird hier auch gesprochen) sind jüdische Teigtaschen und waren vielleicht sogar das erste Streetfood. Yonah Schimmel verkaufte seine Knishes bereits um 1890 in New York von einem Wagen aus. Der Teig kann beliebig gefüllt werden. Der Klassiker ist mit Kartoffeln und Zwiebeln. Ich habe mich für eine Variation mit Salsiccia Wurst und Röstpaprika entschieden. Es musste eine Füllung sein, die nicht zu flüssig ist, damit der Teig beim Backen nicht durchweicht (und den ich IRGENDWIE da reingestopft bekomme):

Knishes

Hat geklappt (und sogar besser, als ich gehofft hatte !).

Hier kommt das gesamte Rezept. Ich weiss, die kleinen Kugeln kriegt man bestimmt auch hübscher hin – aber wie gesagt: da bin ich die falsche Adresse.

Zutaten für ca. 10 Stück:

Für den Teig:

  • 250 Gramm Dinkelmehl Typ 630
  • 1 Ei
  • 50 ml neutrales Öl (ich hatte Sonnenblumenöl)
  • 100 ml Wasser
  • 1/2 TL Salz

Für die Füllung:

  • 200 Gramm Salsiccia oder eine andere Bratwurst
  • 1 Zwiebel
  • ca. 1 TL Knoblauchpaste
  • Erdnuss, – Kokos- oder anderes hitzebeständiges Öl
  •  100 Gramm Muhammara (alternativ geht z.B. auch Ajvar)
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Sahne oder Milch

Teigzubereitung:

Mehl in die Schüssel der Küchenmaschine füllen. Ei mit Öl, Wasser und Salz verrühren und zum Mehl geben.

Alles bei mittlerer Geschwindigkeit mit dem Knethaken ca. 8 Minuten zu einem homogenen Teig verkneten. Ruhen lassen, während wir die Füllung zubereiten.

Füllung:

Zwiebel schälen und würfeln.

Die Salsiccia oder anderen Würstchen aus dem Darm befreien.

In einer Pfanne das Öl erhitzen, die Wurstmasse ohne Darm dazu geben und kräftig anbraten. Wenn die Masse schön kross ist, aus der Pfanne nehmen und in der gleichen Pfanne im Bratfett die Zwiebelwürfel mit der Knoblauchpaste anschwitzen, bis die Zwiebelwürfel glasig sind.

Wurstbrät und Zwiebelwürfel in eine Schüssel geben, dazu die Muhammara-Creme und alles gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Jetzt kommt mein “Lieblings”teil:

Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ca. 2 mm dünn ausrollen.

Ofen auf 180 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Die Füllung auf dem Teig verteilen und zwar nicht ganz bis an den Rand (sonst quillt Euch die Masse gleich heraus).

Teig mit Füllung von der Längsseite her aufrollen, dann mit einem scharfen Messer die Rolle in Scheiben schneiden und den Teig so übereinanderklappen, dass die Füllung bedeckt ist. Dabei braucht Ihr nicht den Teig komplett zu verschliessen, er hält beim Backen auch so !

Die Kugeln auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech geben.

Eigelb mit Sahne oder Milch verrühren, die Knishes damit einpinseln und auf der mittleren Schiene im heissen Ofen ca. 45 Minuten backen, bis sie goldgelb sind.

Warm aus dem Ofen mit etwas Senf schmecken sie am besten- ich habe sie aber auch noch ein paar Tage später in der Mikrowelle aufgewärmt- schmeckte auch gut. Dann nur bitte so lange im Kühlschrank lagern.

Knishes

Und nun zu den anderen internationalen Teigtaschen – mir läuft wieder einmal beim Lesen schon das Wasser im Mund zusammen:

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S-Küche Ravioli alla Burrata

Habt alle einen schönen (Mutter)tag und bis bald.

Alles Liebe,

Stephie

12 Kommentare

  1. Pingback: Kelaneh - Gefülltes Lavash Brot aus der Pfanne - Labsalliebe

  2. Erstens: Die sind hübsch! Die müssen so! Zweitens: Boah, sehen die lecker aus! Drittens: Bei filigraner Arbeit bin ich völlig bei dir, oder eben gerade nicht. Nicht mein Ding. Um nochmal auf Zweitens zurück zu kommen: Boah!
    Grüße!

  3. Liebe Stephanie,

    deine Knishes sehen so was von lecker aus <3 lieben Dank für das tolle Rezept, ich werde sie auf jeden Fall nach kochen.

    herzliche Grüße

    Susan

  4. Liebe Stephie,
    tja Willkommen im Club der Grobmotoriker 🙂 . “Sollen andere machen” – finde ich super! Zum Glück gibt´s ja wie leckere Gerichte, die wir trotzdem perfekt hinbekommen. So wie du diese oberleckeren Knishes, die sehen nämlich großartig aus!
    Herzliche Grüße
    Tina

    • Stephanie sagt

      Vielen Dank, Tina- vor allem für die Aufnahme in den Club 🙂

      Schön, zu wissen, dass ich nicht allein bin.

      Herzliche Grüße zurück,
      Stephie

  5. Hallo Stephie,

    die Knishes sehen ja zum reinbeißen aus, und ich werde sie mir gleich für unsere kulinarische Weltreise nach Isreal merken.

    LG Volker

  6. Pingback: Oyaki mit grüner Curryfüllung | Lebkuchennest

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